Die Methode QTalk für den Fremdsprachenunterricht, hier für Französisch, war mir bis dato nicht bekannt. Umso mehr überrascht dieses Konzept:
Bild-Symbole stehen für französische Wörter oder Wortgruppen und werden zu keiner Zeit schriftlich übersetzt. Das heisst die SuS sehen ein Bild, hören das Phonem, also den Laut und speichern so den französischen Ausdruck visuell und auditiv ab. Dieser Vorgang findet auch beim Spracherwerb der Muttersprache im Kindesalter statt: Bild und Ton = Wort als Bedeutungsträger.
Die Ähnlichkeit mit dem natürlichen Spracherwerb kommt den Kindern in der Schule sehr entgegen und lässt quasi den Zwischenschritt über das deutsche Wort einfach aus.
Die Festigung der „erworbenen“ französischen Laute findet in einem zweiten Schritt über das Erlernen des zugehörigen Schriftbildes statt. Hier fungiert das Symbolbild zum Laut in der Erinnerung als Stütze für das Verstehen. So ergibt sich ein Vor-und zurück im Lernprozess, der zu einer besonders effektiven Festigung des Vokabulars führt.
Ein weiterer sehr zu begrüssender Effekt der Methode QTalk ist die unmittelbare Notwendigkeit des Sprechens: das Material ist so konzipiert, dass die SuS sehr schnell nachsprechen und erstaunlich schnell selbst Sätze produzieren können. Dies tun sie mit Freude und grossem Erfolgserlebnis mithilfe der Bildkarten (Flashcards), sei es digital am Laptop oder Visualizer oder analog in Papierform. Sie können dabei selbst die Sätze variieren, die Bildkarten unterschiedlich verknüpfen und so die Erfahrung von eigener Sprachkreation machen. Alle konstruierten Sätze machen Sinn und lassen sich in die jeweilige Situation einfügen. Die Auswahl an Sprechanlässen ist dementsprechend gut vorüberlegt.
QTalk lässt sich methodisch abwechslungsreich unterrichten: Frontal mithilfe des Visualizers können die Flashcards kombiniert werden, sei es um neue Vokabeln einzuführen oder Satzverbindungen zu kreieren oder grammatikalische Inhalte zu vermitteln. All dies können die SuS auch selbstständig am Computer erarbeiten, mithilfe des Onlinebuches oder den Spielen. Aber auch ohne die digitalen Hilfsmittel kann QTalk im Unterricht verwendet werden. Alle Symbole sind auf Karten verfügbar und können im Unterricht verschieden zum Einsatz kommen.
QTalk Schwerpunkt liegt von der ersten Minute an auf der Sprachproduktion. Das Sprechen steht im Zentrum und ist wesentlich für den Unterricht. Nichts war und ist erstrebenswerter im Französischunterricht! Die Routine wird dabei im Nu zur Leichtigkeit für die SuS und ihre Motivation schöpfen sie aus dem täglichen Erfolg.
Besonders erfreulich ist, wie fremdsprachige Kinder ohne Mühe mit Deutsch-Muttersprachlern mithalten können. Die deutsche Übersetzung fällt weg, das Bild ist der gemeinsame Träger der Bedeutung. Dies ist für alle Sprachen gleich.
Ich habe in meinen 20 Jahren als Französischlehrperson noch nie so zufriedene, motivierte Kinder erlebt und noch nie so schnelle, sichere Sprecherfolge erzielt!
QTalk gibt den Kindern leicht erlernbares Sprach-Werkzeug in die Hand, macht ihnen die Struktur von Sprache bewusst und ermutigt sie im Umgang damit. Das gibt ihnen wiederum eine Sicherheit, die sie für alle anderen Bereiche des Fremdsprachenunterrichts (Erfahrung der Kultur, Sprachenvergleich, etc.) benötigen.
Ich habe mit QTalk ein erstaunliches Konzept der Fremdsprachenvermittlung kennengelernt, das ich für didaktisch klug und sehr benutzerfreundlich halte. Es ist klar, einfach und gut strukturiert, ohne dabei sprachlich etwas vermissen zu lassen.
Ich sehe QTalk als grossartige operative Ergänzung zu den kulturellen Themeninhalten des regulären Lehrmittels im Unterricht.
